Wenn ein Mensch stirbt, müssen Angehörige in kurzer Zeit viele Entscheidungen treffen. Eine davon lautet: Wer gestaltet die Abdankung? Immer mehr Familien entscheiden sich für einen freien Trauerredner. Doch was macht ein Trauerredner eigentlich – und wie läuft die Zusammenarbeit ab?
In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie vom ersten Anruf bis zur Abdankung erwartet und wie viel Arbeit in einer persönlichen Trauerfeier steckt.
Was macht ein Trauerredner?
Ein Trauerredner gestaltet und leitet eine Abschiedsfeier, die ganz auf den verstorbenen Menschen und seine Familie ausgerichtet ist. Im Mittelpunkt steht die persönliche Trauerrede: Sie erzählt vom Leben, von den Werten und Eigenheiten des Menschen, von dem Sie Abschied nehmen – und spendet den Anwesenden Trost.
Darüber hinaus führt der Trauerredner durch die ganze Feier: Er begrüsst die Gäste, verbindet Rede, Musik und Rituale zu einem stimmigen Ablauf und stimmt sich mit dem Bestatter und der Friedhofverwaltung ab. Ein freier Trauerredner ist an keine Kirche gebunden. Die Feier kann deshalb ganz ohne religiöse Bezüge stattfinden – oder, wenn Sie es wünschen, mit einem Gebet oder einem Segen.
Schritt 1: Der erste Kontakt
Am besten melden Sie sich, sobald Termin und Ort der Abdankung feststehen. Diese vereinbaren Sie oder Ihr Bestatter mit dem Bestattungsamt der Gemeinde. Im ersten kurzen Telefonat klären wir, ob ich am gewünschten Datum Zeit habe, und vereinbaren einen Termin für das Trauergespräch.
Schritt 2: Das Trauergespräch
Das Trauergespräch ist das Herzstück der Vorbereitung. Es dauert in der Regel 1,5 bis 3 Stunden. Sie erzählen mir vom Leben der verstorbenen Person: von der Kindheit, von wichtigen Stationen, von Beruf, Familie, Freundschaften und Hobbys – und von den kleinen Geschichten, die einen Menschen unverwechselbar machen.
Sie brauchen sich darauf nicht vorzubereiten. Hilfreich ist, wenn mehrere Familienmitglieder dabei sind, weil jeder andere Erinnerungen mitbringt. Manche Familien legen Fotos bereit oder notieren vorher ein paar Stichworte.
Im Gespräch besprechen wir auch die Gestaltung der Feier: Welche Musik soll erklingen? Soll es ein Ritual geben – etwa Kerzen, Blumen oder einen gemeinsamen Moment der Stille? Möchte jemand aus der Familie selbst ein paar Worte sagen? Soll ein Gebet seinen Platz haben?
Schritt 3: Die Trauerrede entsteht
Aus Ihren Erzählungen schreibe ich die Trauerrede. Allein dafür wende ich 3 bis 5 Stunden auf. Dazu kommen die Gestaltung der Einleitung, passende literarische Texte oder Gedichte und das Ritual, die Auswahl der Musik und die technische Vorbereitung.
Ziel ist eine Rede, in der Sie den Menschen wiedererkennen, den Sie verloren haben – ehrlich, würdevoll und tröstlich.
Schritt 4: Die Abdankung
Am Tag der Abdankung bin ich frühzeitig vor Ort, treffe Sie und Ihre Familie und kläre die letzten Details mit dem Bestatter. Dann leite ich die Feier – zum Beispiel so:
- Musik zum Eingang
- Begrüssung und einleitende Worte
- Lebenslauf und persönliche Trauerrede
- Musik und ein gemeinsames Ritual
- auf Wunsch Gebet oder Segen
- Abschiedsworte und Musik zum Ausgang
Je nach Form dauert die Feier zwischen 15 und 60 Minuten: von einer kurzen Grabrede im engsten Kreis bis zur ausführlichen Trauerfeier mit Naturbestattung.
Wie viel Arbeit steckt in einer Trauerfeier?
Viele Familien sind überrascht, wenn sie es hören: Hinter einer persönlichen Trauerfeier stecken mindestens 8 bis 13 Stunden Arbeit – vom Trauergespräch über das Schreiben der Rede bis zur Leitung der Feier und der Nachbereitung. Was eine Trauerfeier bei mir kostet, finden Sie transparent auf der Seite Kosten Trauerredner.
Woran erkennen Sie einen guten Trauerredner?
- Er hört zu: Ein gutes Trauergespräch nimmt sich Zeit und fragt nach den Geschichten hinter den Daten.
- Er schreibt jede Rede neu: Keine Textbausteine, sondern eine Rede, die nur zu diesem einen Menschen passt.
- Er gibt Halt: Am Tag der Abdankung führt er ruhig durch die Feier, damit Sie sich ganz auf den Abschied konzentrieren können.
- Er respektiert Ihre Haltung: mit oder ohne religiöse Elemente – so, wie es zu Ihrer Familie passt.
Häufige Fragen
Muss die verstorbene Person aus der Kirche ausgetreten sein?
Nein. Ein freier Trauerredner kann jede Feier gestalten. Häufig sind es aber Familien nach einem Kirchenaustritt – mehr dazu im Beitrag Abdankung ohne Kirche.
Kann die Feier in einer anderen Sprache stattfinden?
Ja. Ich gestalte Trauerfeiern auch auf Englisch, Französisch oder Italienisch – damit alle Gäste die Abschiedsworte verstehen.
Wo findet die Feier statt?
In der Abdankungshalle, in einer Friedhofskapelle, am Grab oder an einem Ort, der dem verstorbenen Menschen viel bedeutet hat – etwa in der Natur. Mehr dazu im Beitrag Freie Trauerfeier.
Ich bin für Sie da
Ich bin Jan Euskirchen, freier Theologe und Trauerredner mit über 25 Jahren Erfahrung. Ich begleite Familien im Aargau, in Zürich, Basel, Bern, Solothurn und in der ganzen Deutschschweiz. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf – ich melde mich rasch bei Ihnen.

